Herzlich Willkommen

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  • MondnachtJoseph von Eichendorff

    Es war, als hätt’ der Himmel die Erde still geküßt,
    daß sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müßt’.

    Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht,
    es rauschten leis’ die Wälder, so sternklar war die Nacht.

    Und meine Seele spannte weit ihre Flügel auf,
    flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.

  • FreiheitHoffmann von Fallersleben

    Es lebe, was auf Erden nach Freiheit strebt und wirbt
    von Freiheit singt und saget, für Freiheit lebt und stirbt.
    Die Welt mit ihren Freuden ist ohne Freiheit nichts
    die Freiheit ist die Quelle der Tugend und des Lichts.
    Es kann, was lebt und webet in Freiheit nur gedeihn.
    Das Ebenbild des Schöpfers kann nur der Freie sein.

    Frei will ich sein und singen, so wie der Vogel lebt,
    der auf Palast und Kerker sein Frühlingslied erhebt.

    Die Freiheit ist mein Leben und bleibt es immerfort,
    mein Sehnen, mein Gedanke, mein Traum, mein Lied und Wort.
    Es lebe, was auf Erden nach Freiheit strebt und wirbt,
    von Freiheit singt und saget, für Freiheit lebt und stirbt.
    Fluch sing ich allen Zwingherrn, Fluch aller Dienstbarkeit!
    Die Freiheit ist mein Leben und bleibt es alle Zeit!

  • Singet leiseClemens Brentano

    Singet leise, leise, leise,
    singt ein flüsternd Wiegenlied
    Von dem Monde lernt die Weise,
    der so still am Himmel zieht.

    Singt ein Lied so süß gelinde,
    wie die Quelle auf den Kieseln.
    wie die Bienen um die Linde,
    summen, murmeln, flüstern, rieseln.

  • Sprich aus der FerneClemens Brentano

    Sprich aus der Ferne heilige Welt,
    die sich so gerne zu mir gesellt.

    Wenn das Abendrot niedergesunken,
    keine freudige Farbe mehr spricht,
    und die Kränze still leuchtender Funken
    die Nacht um die schattigte Stirne flicht.

    Wehet der Sterne  heiliger Sinn
    leis durch die Ferne bis zu mir hin.

    Wenn des Mondes still lindernde Tränen,
    lösen der Nächte verborgenes Weh.
    Dann wehet Friede.In goldenen Kähnen
    schiffen die Geister im himmlischen See.

    Glänzender Lieder klingender Lauf
    Ringelt sich nieder, wallet hinauf.

    Wenn der Mitternacht heiliges Grauen
    bang durch die dunklen Wälder hinschleicht,
    und die Büsche gar wundersam schauen,
    alles sich finster, tiefsinnig bezeugt.

    Wandelt im Dunkeln freundliches Spiel,
    Still Lichter funkeln schimmerndes Ziel.

    Alles ist freundlich wohlwollend verbunden,
    bietet sich tröstend und traurend die Hand,
    sind durch die Nächte die Lichter gewunden.
    Alles ist ewig im Innern verwandt.

    Sprich aus der Ferne heilige Welt,
    die sich so gerne zu mir gesellt.

  • HeimatManfred Kyber

    Ein einsam verschneites Haus,
    und über ihm die Sterne-
    es geht meine Sehnsucht so gerne
    noch heute drin ein und aus.

    Das Feuer in seinem Herde
    war Licht meiner Kinderzeit,
    und die Erde war meine Erde,
    von meinen Vätern geweiht.

    Nun lebe ich in fremden Gauen,
    ein heimloser Vagant
    und werde sie nie wieder schauen,
    das Haus, den Herd und das Land.

    Durch des Hauses leere Fenster
    heult der nordische Wind,
    und Schatten und Gespenster
    seine Gesellen sind.

    Nur meine Gedanken und Träume
    im erloschenen Herde glühn
    und schmücken die alten Räume
    mit frischem Tannengrün.

    Doch alles ist ferne, ferne.
    Nur meine Sehnsucht geht gerne
    noch heute drin ein und aus.
    Ein einsam verschneites Haus –
    und über ihm die Sterne…

  • In LiebeKlangreich

    Alles was wir tun, das tun wir in Liebe.
    Alles was ihr tut, tut auch ihr es in Liebe.
    Das Dunkel wird zu Licht, durch unsere Liebe.
    Alle Menschen sind frei, frei, frei.
    Alle Menschen sind frei und getragen durch die Liebe.

  • Hörst du?Clemens Brentano

    Hörst du wie die Brunnen rauschen, hörst du wie die Grille zirpt?
    Stille, stille, laß uns lauschen, selig, wer in Träumen stirbt.
    Selig, wen die Wolken wiegen, wem der Mond ein Schlaflied singt.

    O wie selig kann der fliegen, dem der Traum den Flügel schwingt,
    Daß an blauer Himmelsdecke Sterne er wie Blumen pflückt:
    Schlafe, träume, flieg’, ich wecke bald Dich auf und bin beglückt.

  • HoffnungFriedrich Schiller

    Es reden und träumen die Menschen viel von bessern künftigen Tagen.
    Nach einem glücklichen, goldenen Ziel sieht man sie rennen und jagen.
    Die Welt wird alt und wird wieder jung, doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

    Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein, sie umflattert den fröhlichen Knaben.
    den Jüngling locket ihr Zauberschein, sie wird mit dem Greis nicht begraben.
    Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf, noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.

    Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn, erzeugt im Gehirne des Toren.
    Im Herzen kündet es laut sich an: zu was Besserm sind wir geboren.
    Und was die innere Stimme spricht, das täuscht die hoffende Seele nicht.

  • VerantwortungNetzfund, Autor unbekannt

    Schwer ist es zu verstehn, dass Menschen ohne jeden Sinn
    stur, Tag um Tag im Trott dahin den Weg der großen Lüge gehn.

    Der Lüge Last ist schwer, der Mensch wird klein und krumm,
    aus Angst ganz blind und dumm, sieht keinen Ausweg mehr.

    Der doch so greifbar nahe liegt, er muß nur endlich wagen
    die Wahrheit laut zu sagen, die letzten Endes immer siegt.

    Ein geweihtes Dichterwort aus starkem Geist entsprungen,
    vertreibt des Unholds Widerwort hinab in tiefe Brunnen.

    So mag der Lügner nimmer mehr auch nur ein Wort zu sprechen.
    Die Wahrheit geht in Gegenwehr und ist auch nicht zu brechen!

  • FeuerfarbSophie Mereau

    Ich weiß eine Farbe, der bin ich so hold,
    die achte ich höher als Silber und Gold.
    die trag' ich so gerne um Stirn und Gewand
    und habe sie Farbe der Wahrheit genannt.

    Wohl reizet die Rose mit sanfter Gewalt,
    doch bald ist verblichen die süße Gestalt.
    Drum ward sie zur Blume der Liebe geweiht.
    Bald schwindet ihr Zauber vom Hauche der Zeit.

    Die Bläue das Himmels strahlt herrlich und mild,
    drum gab man der Treue dies freundliche Bild.
    Doch trübet manch Wölkchen den Äther so rein.
    so schleichen beim Treuen oft Sorgen sich ein.

    Die Farbe des Schnees, so strahlend und licht
    heißt Farbe der Unschuld; doch dauert sie nicht.
    Bald ist es verdunkelt, das blendende Kleid
    so trüben auch Unschuld, Verläumdung und Neid.

    Und frühlings, von schmeichelnden Lüften entbrannt,
    trägt Wäldchen und Wiese der Hoffnung Gewand.
    Bald welken die Blätter und sinken hinab,
    so sinkt oft der Hoffnungen liebste in's Grab.

    Nur Wahrheit bleibt ewig, und wandelt sich nicht,
    sie flammt wie der Sonne allleuchtendes Licht.
    Ihr hab' ich mich ewig zu eigen geweiht.
    Wohl dem, der ihr blitzendes Auge nicht scheut!

    Warum ich, so fragt ihr, der Farbe so hold,
    den heiligen Namen der Wahrheit gezollt?
    Weil flammender Schimmer von ihr sich ergießt,
    und ruhige Dauer sie schützend umschließt.

    Ihr schadet der nässende Regenguß nicht,
    noch bleicht sie der Sonne verzehrendes Licht.
    Drum trag' ich so gern sie um Stirn und Gewand.
    Und habe sie Farbe der Wahrheit genannt.

  • Zeit der WendeBeate Lambert

    Dieses ist die Zeit der Wende, nun zählt Klarheit, Kraft und Mut.
    Viele Herzen, viele Hände voller Sanftheit und voll Glut.
    Glaub an dich und sei entschieden, dass du nicht in Angst erfrierst.
    Sondern dich für Glück und Frieden auf der Erde engagierst.

    Stimm mit ein in unser Singen, voller Jubel und Vertraun,
    dann wird es Dir auch gelingen, voller Mut nach vorn zu schaun
    und Dein Leben so zu verändern, dass unsre Erde heilen kann.
    Seit an Seit in allen Ländern fangen wir den Umschwung an.

    Taube Ohren für die Spötter und die Sucht nach Macht und Geld.
    Lass sie los die alten Götter, uns´re Herzkraft heilt die Wel!
    Alle Tiere, Menschen und Pflanzen mögen wachsen und gedeihn,
    Wir sind Teil des großen Ganzen und bereit dabei zu sein.

    Das Bewusstsein ist gestiegen und dies ist die neue Zeit.
    Dann geht es nicht mehr nur ums Siegen, sondern um Verbundenheit.
    Folgt den Kindern und den Frauen, weil sie für das Leben stehn,
    Und sich jetzt nun endlich trauen, voller Kraft voran zu gehn.

    Groll und Rache sei vergessen, unsrem Todfeind sei verziehn.
    Auch wer nur profitversessen, achte und verstehe ihn.
    Denn Du weißt, er ist getrieben von seiner Schuld und seiner Angst.
    Du allein bist frei zu lieben, wenn Du nicht mehr länger bangst.

    Freude heißt die starke Feder in der ewigen Natur.
    Freude, Freude treibt die Räder in der großen Weltenuhr.
    Sie gibt uns die Kraft zu handeln voll Verbundenheit und Mut.
    Uns und un’sre Welt zu wandeln, dann ist endlich alles gut.

  • Freudvoll und leidvollJ. W. von Goethe

    Friedvoll und leidvoll, gedankenvoll sein.
    Langen und bangen in schwebender Pein.

    Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt.
    Glücklich allein ist die Seele, die liebt.